Laut einer Umfrage befürwortet eine Mehrheit eine Helmpflicht für Radfahrer und Radfahrerinnen – doch immer weniger sind mit Kopfschutz unterwegs. Sollte eine allgemeine Helmpflicht eingeführt werden?
Nur 37 Prozent der Radfahrer und Radfahrerinnen trugen 2025 nach Angaben der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen einen Helm. Kinder zwischen sechs und zehn Jahren und ältere Menschen ab 60 sind die konsequentesten Helmträger. Die meisten „Helmmuffel“ finden sich laut einer aktuellen Forsa-Umfrage unter den 18- bis 29-Jährigen: 46 Prozent von ihnen tragen nie einen Helm. Über alle Altersgruppen hinweg sind es 35 Prozent. Begründet wird der Verzicht mit kurzen Fahrstrecken, unbequemen Helmen, Vergesslichkeit, vorsichtigem Fahrstil und Ästhetik. Umso überraschender ist daher ein weiteres Ergebnis der Forsa-Erhebung: 54 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Helmpflicht aus, bei Fahrten mit E‑Bikes sogar 66 Prozent. Angesichts der steigenden Zahl von schwer verletzten und getöteten Radfahrerinnen und Radfahrern befürwortet auch der ACE eine Helmpflicht für alle Zweiradfahrenden.
PRO
CONTRA 

Mediengestalterin
Ich fahre sehr gerne und oft Fahrrad – und für mich gehört der Helm ganz selbstverständlich dazu. Ich habe schon einige Situationen erlebt, in denen ein Sturz schnell hätte schlimmer ausgehen können. Deshalb halte ich eine Helmpflicht für sinnvoll. Ein Helm kann schwere Kopfverletzungen verhindern und gibt mir ein zusätzliches Gefühl von Sicherheit. Als Mutter habe ich zudem eine Vorbildfunktion: Mein Kind sieht, dass Sicherheit beim Radfahren dazugehört. Natürlich ersetzt ein Helm keine gute Infrastruktur und keine Rücksicht im Straßenverkehr. Aber er kann helfen, Leben zu schützen und schwere Folgen zu vermeiden.

Redakteurin
Eines vorweg: Ich setze mich nur mit Helm aufs Fahrrad. Um diese Entscheidung zu treffen, braucht es meiner Meinung nach aber keine gesetzliche Helmpflicht. Ein guter Kompromiss wäre es, diejenigen zu schützen, die die Tragweite ihrer Entscheidung noch nicht vollständig absehen können: In Österreich, Schweden und Kroatien beispielsweise müssen Kinder und Jugendliche bis zu unterschiedlichen Altersgrenzen einen Fahrradhelm tragen. Wer von klein auf mit Helm unterwegs ist, setzt das wahrscheinlich auch im Erwachsenenalter fort. Und wir Erwachsenen könnten einfach mit gutem Beispiel vorangehen und unseren Kopf schützen – auch ganz ohne Vorschriften.
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