Vorbei die Zeiten, als Jeans und ausgebeulte Lederjacke ausreichend für die kleine Runde auf dem Motorrad waren. Moderne Motorradbekleidung kann mehr.
Sie soll warmhalten und gleichzeitig luftig sein. Das Abhalten von Wind und Wetter ist ebenso wichtig wie der Schutz bei einem Sturz. Das umfangreiche Angebot lässt kaum Wünsche offen – warme Wintersachen werden ebenso offeriert wie leichte Sommerbekleidung mit variablen Lüftungsschlitzen. Das Versprechen von Regendichtheit wird jedoch eher von hochpreisigen Textilien erfüllt.
Helme dürfen seit 2024 nur noch im Handel angeboten werden, wenn sie nach ECE 22.06 geprüft wurden. Altbestände dürfen weitergetragen werden, ihr Zustand sollte aber kritisch kontrolliert werden.
Darauf sollten Sie bei Motorradkleidung achten
Klicken Sie auf die -Zeichen für weitere Informationen zu den Bereichen.
Motorradhelme …
… sind Pflicht. Aber nicht nur deshalb keinen Meter ohne Helm. Den besten Rundumschutz bieten Integral- oder Dual Sport-Helme. Beim Kauf ist die Anprobe wichtig; das Innenfutter soll eng anliegen. Helme aus Glasfaser oder Carbon sind teurer, halten aber länger als Helme aus Thermoplasten. In beiden Fällen sollte nach fünf Jahren über Ersatz nachgedacht werden.
Handschuhe …
… sollten Haut- und Handknochen besonders gut schützen. Denn diese sind extrem empfindlich. Leder oder Cordura sind die Materialien der Wahl; sinnvoll sind Verstärkungen aus Carbon oder Stahl oberhalb der Fingergelenke. Beim Kauf auf das eingenähte Label mit der Norm EN 13594 achten.
Motorradbekleidung …
… gibt es für jedes Wetter und jede Jahreszeit. Die Norm EN 17092 stellt sicher, dass das Material geeignet ist und die Nähte stabil sind. Leder bietet den besten Schutz, dicht gefolgt von Geweben wie Cordura. Das Tragen von geeigneter Motorradbekleidung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, doch ohne sie können Unfallschäden und Schmerzensgeld gekürzt werden.
Motorradstiefel …
… müssen eng und bequem anliegen. Die Schafthöhe sollte auch bei Straßenstiefeln den Knöchel überragen. Für die Straße sind Lederstiefel eine gute Wahl, auf Schotter und Feldwegen empfehlen sich stabilere Enduro Stiefel mit Schienbeinschutz und integrierten Stahlkappen. Die Sohle sollte rutschfest und gut profiliert sein. In der DIN EN 13634 sind die Mindestanforderungen für Motorradstiefel festgelegt.
Protektoren …
… dämpfen die Wucht eines Aufpralls und haben sich zum Schutz von Rücken und Gelenken bewährt. Meistens werden sie von innen in Einschubtaschen gesteckt. Achtung: Rückenprotektoren müssen oft noch nachgerüstet werden. Protektoren müssen der Norm EN 1621 entsprechen.
Airbags …
… für Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer gibt es als Westen oder Jacken. Die Aktivierung erfolgt mechanisch über eine Reißleine oder elektronisch via Sensor. Einmal ausgelöst muss die CO2-Kartusche ersetzt werden, was bei manchen Kleidungsstücken nur beim Hersteller vorgenommen wird.
Bereits seit 2019 definiert die Norm EN 17092 die Schutzwirkung neuer Motorradbekleidung mit verschiedenen Schutzklassen.
Die maßgebende Norm und Schutzklassen
EN 17092
Nach ihr wird die Motorradbekleidung zertifiziert und ist relevant für deren Zulassung. Getestet wird dabei neben der Stoßabriebfestigkeit auch die Naht- und Reißfestigkeit sowie die Formbeständigkeit und die chemische Verträglichkeit.
AAA (EN 17092–2)
Kleidungsstücke dieser Klasse bieten den höchsten Schutz vor Aufprall und Abrieb, können aber schwer und unbequem sein.
AA (EN 17092–3)
Diese Klasse bietet guten Rundumschutz bei unterschiedlichen Motorradaktivitäten.
A (EN 17092–4)
Diese Klasse bietet nur ein Mindestmaß an Schutz vor Stößen und Abrieb.