Top-StoryDer ACE-Sommer­rei­fen­test 2026

Fotos: Konstantin Tschovikov

Im Sommer müssen Reifen sowohl bei heißen Tempe­ra­turen als auch auf nassen Straßen sicher performen. Deswegen hat das Test­team des ACE beim großen ACE-Sommer­rei­fen­test zehn Reifen der Dimen­sion 225/40 R18 XL für Kompakt­wagen getestet. Wer schnitt am besten ab?

Im Sommer müssen Reifen sowohl bei heißen Tempe­ra­turen als auch auf nassen Straßen sicher performen. Deswegen hat das Test­team des ACE beim großen ACE-Sommer­rei­fen­test zehn Reifen der Dimen­sion 225/40 R18 XL für Kompakt­wagen getestet. Wer schnitt am besten ab?

Winter­reifen können im Sommer gefähr­lich werden.

So wie uns bei 30 Grad im Schatten die Stiefel stören, können Winter­reifen im Sommer im schlimmsten Fall zu gefähr­li­chen Situa­tionen führen. Sie sind an diese Jahres­zeit nämlich gar nicht ange­passt. Sommer­reifen werden mit einer härteren Gummi­mi­schung produ­ziert, damit sie einen besseren Grip bei warmen Tempe­ra­turen haben.

Winter­reifen hingegen sind für Schnee und kalte Tempe­ra­turen opti­miert. Sie müssen deswegen recht­zeitig gewech­selt werden.

Welche „Schuhe“ sind im Sommer die besten fürs Auto?

Das Test­team des ACE hat zehn Sommer­reifen der Dimen­sion 225/40 R 18 XL für Kompakt­wagen unter die Lupe genommen. Dazu wurde ihr Verhalten in Grenz­si­tua­tionen auf nasser und trockener Straße unter­sucht.


So läuft ein Reifen­test ab

Um unab­hän­gige Ergeb­nisse zu erhalten, kaufen wir die Reifen anonym im Handel ein. Neupro­dukte, die zum Zeit­punkt des Tests noch nicht verfügbar sind, liefern die Hersteller direkt an. Diese Reifen werden vor Veröf­fent­li­chung mit Reifen aus dem Handel nach­ge­testet und mit den ersten Test­ergeb­nissen auf Plau­si­bi­lität vergli­chen. Sind die Unter­schiede zu groß, fliegt der Reifen aus dem Test.

Die Nass- und Trocken­tests sowie die Geräusch­mes­sung wurden in Spanien auf dem Hakka Ring des Reifen­her­stel­lers Nokian Tyres durch­ge­führt. Die Roll­wi­der­stands­mes­sung erfolgte auf Prüf­ständen von Nokian Tyres in Finn­land. Test­fahr­zeuge waren drei Golf 8.

Alle Diszi­plinen werden mehr­mals gefahren. Die Brems­tests ganze acht Mal. Der beste und der schlech­teste Wert werden gestri­chen. Aus den rest­li­chen Werten errechnet sich der Durch­schnitts­wert.

Um zu kontrol­lieren, dass die Bedin­gungen sich nicht verän­dern, läuft ein Refe­renz­reifen mit, der mehr­mals getestet wird. Verän­dern sich seine Werte, bedeutet dies, dass zum Beispiel die Tempe­ratur des Bodens oder der Luft stark abweicht vom ersten Durch­lauf. Eine Vergleich­bar­keit der Ergeb­nisse ist so nicht mehr gewähr­leistet. Der Test wird abge­bro­chen.

Sommer­reifen in der Dimen­sion 225/40 R18 XL
  • Bridge­stone Potenza Sport Evo
  • Conti­nental Sport­Contact 7
  • Falken Azenis FK520
  • Goodyear Eagle F1 Super­sport
  • Kumho Ecsta Sport PS72
  • Linglong Sport Master
  • Michelin Pilot Sport 4S
  • Nexen N’Fera Sport
  • Nokian Tyres Power­proof 2
  • Pirelli P Zero PZ5
  • Audi A3, A4, S3
  • BMW 1er, 2er
  • Citroën C4
  • Cupra Leon
  • Fiat 500L, Grande Punto, Tipo
  • Ford Focus, Mondeo
  • Kia Ceed, Cerato
  • Mercedes A‑Klasse, B‑Klasse
  • Opel Astra, Zafira
  • Peugeot 2008, 308, 408
  • Renault Megane
  • Seat Leon
  • Škoda Octavia, Scala, Superb
  • Toyota Corolla, Yaris
  • VW Golf, Golf Variant, Touran

*abhängig vom Modell­jahr, ggf. von der Ausstat­tungs­linie


Bremsen auf trockener Straße

In der ersten Diszi­plin braucht unser Objektiv-Test­fahrer Marco Lucke kräf­tige Beine. Er legt nämlich eine Voll­brem­sung aus 100 km/h auf trockener Straße hin. Fast 100 Mal. Nach­ge­stellt wird ein gefähr­li­ches Szenario, wenn etwa ein Reh plötz­lich auf die Fahr­bahn springt. Hier liegen alle Reifen nah beiein­ander. Bridge­stone hat mit 32,85 m den kürzesten Bremsweg. Conti­nental und Michelin folgen mit dichtem Abstand. Nexen auf dem letzten Platz liegt mit 34,73 m weniger als zwei Meter dahinter. Hier bringen alle Reifen durch die Bank ein solides Ergebnis.

Brems­wege aus 100 km/h

Bridge­stone Potenza Sport Evo

32,85 m

Conti­nental Sport­Contact 7

33,16 m

Michelin Pilot Sport 4S

33,37 m

Falken Azenis FK520

33,50 m

Nokian Tyres Power­proof 2

33,66 m

Pirelli P Zero PZ5

33,69 m

Kumho Ecsta Sport PS72

33,97 m

Linglong Sport Master

34,33 m

Goodyear Eagle F1 Super­sport

34,39 m

Nexen N’Fera Sport

34,73 m


Bremsen auf nasser Straße

Das ändert sich, sobald wir uns auf nasser Fahr­bahn befinden. Diesmal liegt Conti­nental vorne mit 24,51 m, gefolgt von Bridge­stone und Linglong. An letzter Stelle wieder Nexen. Mit 28,34 m ist der Abstand aber deut­lich größer. Fast vier Meter ist sein Bremsweg länger als der erste in dieser Diszi­plin. Das ist fast eine Wagen­länge.

Brems­wege aus 80 km/h

Conti­nental Sport­Contact 7

24,51 m

Bridge­stone Potenza Sport Evo

24,79 m

Linglong Sport Master

25,38 m

Michelin Pilot Sport 4S

25,47 m

Goodyear Eagle F1 Super­sport

26,01 m

Nokian Tyres Power­proof 2

26,10 m

Kumho Ecsta Sport PS72

26,47 m

Falken Azenis FK520

27,24 m

Pirelli P Zero PZ5

27,94 m

Nexen N’Fera Sport

28,34 m

Wir wässern die Straße noch etwas mehr. So entsteht ein rich­tiger Wasser­film, wie er oft nach Stark­regen oder in Fahr­bahn­senken auftritt. Es herrscht Aqua­pla­ning. Kann der Reifen das viele Wasser nicht verdrängen, verliert er den Kontakt zur Straße – er schwimmt. Eine hoch­ge­fähr­liche Situa­tion, denn jetzt lässt sich das Auto nicht mehr kontrol­lieren.

Erneut wech­seln die Posi­tionen. Lag der Nexen in den Brems­dis­zi­plinen immer auf dem letzten Platz, so landet er hier auf dem Trepp­chen und belegt mit Pirelli und Falken die ersten drei Plätze.

Auf gerader Strecke liegen alle Reifen nah beiein­ander. Beim Pirelli tritt das totale Aqua­pla­ning erst bei einer Geschwin­dig­keit von 82,5 km/h auf. Nokian Tyres verliert bereits bei 80,1 km/h den Kontakt zur Straße.

In der Kurve ist der Abstand etwas größer. Falken kann das Aqua­pla­ning am längsten verhin­dern. Der Reifen schwimmt erst bei 71,5 km/h. Auf dem letzten Platz ist nun Conti­nental, dessen Wert bei 68,3 km/h liegt. Die Gefah­ren­si­tua­tion tritt hier mehr als 3 km/h früher ein.


Hand­ling auf trockener Straße

Auf dem Hand­ling-Rund­kurs testet Subjektiv-Fahrer Henning Renner mehrere Eigen­schaften der Reifen. Darunter die Seiten­füh­rung, die Trak­tion oder das Lenk­ver­halten.

Sammelten Pirelli und Nexen die meisten Aqua­pla­ning-Punkte, so präsen­tieren sie sich im Trocken­hand­ling komplett gegen­teilig. Pirelli liegt zusammen mit Falken, Conti­nental und Michelin dank Best­werten auf Platz eins, während Nexen und Linglong die Schluss­lichter bilden.

Zu den Best­plat­zierten ist Henning Renners Urteil eindeutig:

„Die Reifen haben eine gute Kurven­fes­tig­keit und ein präzises Lenk­ver­halten. Sie sind einfach sicher und gut kontrol­lierbar zu fahren.“

Henning Renner, Subjektiv-Fahrer

Beson­ders positiv fiel ihm der Pirelli mit sehr präzisem Lenk­ver­halten auf. Das zeigt sich auch beim Fahr­spur­wechsel.


Fahr­spur­wechsel — längere Bild­un­ter­schrift

Beim Fahr­spur­wechsel werden Auto­bahn­ma­növer nach­ge­stellt. Wenn das voraus­fah­rende Auto etwa Ladung verliert, muss schnell ausge­wi­chen werden. Neben der Reak­ti­ons­schnel­lig­keit zählt hier auch die Stabi­lität der Reifen.

Pirelli erhält auch in dieser Diszi­plin die meisten Punkte. Alle anderen liegen nah beiein­ander. Negativ fiel nur der Nokian Tyres auf, der unter anderem eine schwä­chere Abstüt­zung der Hinter­achse aufwies.


Hand­ling auf nasser Straße

Auf dem Nass­hand­ling­kurs wendet sich das Blatt erneut. Die Spit­zen­reiter Pirelli und Falken landen hier nur noch auf den letzten Plätzen. Henning Renner sagt dazu:

„Diese Reifen fahren sich unsi­cherer, haben zu viel Unter- und Über­steuern, sind vom Lenk­ver­halten unprä­ziser und mit weniger Seiten­füh­rung.“

In der Haupt­sache ist hier aber das „Rutschen“ in den Kurven die entschei­dende Eigen­schaft der Abwer­tung.

Linglong rutscht dagegen vom letzten auf den ersten Platz. Ihm folgen Nokian Tyres und Michelin. Unter anderem über­zeugen sie mit einer guten Trak­tion aus der Kurve heraus.

Ergän­zende Kate­go­rien zur Wirt­schaft­lich­keit

Zusätz­lich zu den Fahr­ei­gen­schaften fließen noch das Vorbei­fahr­ge­räusch und der Roll­wi­der­stand in die Gesamt­wer­tung ein. In der Geräusch­mes­sung liegt Nexen vorne, ebenso mit Nokian Tyres beim Roll­wi­der­stand. Reicht das für eine gute Gesamt­wer­tung?

Wer ist Test­sieger beim Sommer­rei­fen­test 2026?

Das Ergebnis ist sehr knapp. Test­sieger ist Michelin mit dem Pilot Sport 4S und 141 Punkten. Mit einem Punkt Unter­schied folgt Conti­nental und mit 138 Punkten belegt Bridge­stone Platz 3. Falken erhält mit 135 Punkten eben­falls noch das Urteil sehr empfeh­lens­wert. Sie zeigen im Gesamtmix die beste Leis­tung aus Sicht der Verkehrs­si­cher­heit.

Alle anderen sind immer noch empfeh­lens­wert. Selbst Nexen auf dem letzten Platz über­zeugt etwa im Aqua­pla­ning. Dafür sind seine Brems­werte schlecht.

Die Ergeb­nisse im Über­blick

  • Sehr empfeh­lens­wert ab 135 Punkte
  • Empfeh­lens­wert 125 – 134 Punkte
  • Bedingt empfeh­lens­wert 115 – 124 Punkte
  • Nicht empfeh­lens­wert 114 Punkte und weniger

Gut beim Bremsen, sehr gut im Hand­ling, durch­wachsen bei der Wirt­schaft­lich­keit

Sicher­heit nass: 68/80 Punkte
Sicher­heit trocken: 53/60 Punkte
Wirt­schaft­lich­keit: 20/30 Punkte
Gesamt: 141/170 Punkte

Preis pro Reifen: 140 Euro*

Sehr gut beim Bremsen, sehr gut im Hand­ling, durch­wachsen beim Aqua­pla­ning

Sicher­heit nass: 65/80 Punkte
Sicher­heit trocken: 54/60 Punkte
Wirt­schaft­lich­keit: 21/30 Punkte
Gesamt: 140/170 Punkte

Preis pro Reifen: 103 Euro*

Gut beim Bremsen, sehr gut im Hand­ling, durch­wachsen bei der Wirt­schaft­lich­keit

Sicher­heit nass: 66/80 Punkte
Sicher­heit trocken: 55/60 Punkte
Wirt­schaft­lich­keit: 17/30 Punkte
Gesamt: 138/170 Punkte

Preis pro Reifen: 103 Euro*

Gut beim Bremsen, sehr gut beim Aqua­pla­ning, durch­wachsen bei der Wirt­schaft­lich­keit

Sicher­heit nass: 62/80 Punkte
Sicher­heit trocken: 52/60 Punkte
Wirt­schaft­lich­keit: 21/30 Punkte
Gesamt: 135/170 Punkte

Preis pro Reifen: 87 Euro*

Gut beim Bremsen, sehr gut beim Aqua­pla­ning, durch­wachsen bei der Wirt­schaft­lich­keit

Sicher­heit nass: 60/80 Punkte
Sicher­heit trocken: 54/60 Punkte
Wirt­schaft­lich­keit: 19/30 Punkte
Gesamt: 133/170 Punkte

Preis pro Reifen: 103 Euro*

Gut beim Bremsen, gut beim Hand­ling, durch­wachsen beim Aqua­pla­ning

Sicher­heit nass: 63/80 Punkte
Sicher­heit trocken: 47/60 Punkte
Wirt­schaft­lich­keit: 22/30 Punkte
Gesamt: 132/170 Punkte

Preis pro Reifen: 99 Euro*

Gut beim Bremsen, gut beim Hand­ling, gut beim Aqua­pla­ning

Sicher­heit nass: 62/80 Punkte
Sicher­heit trocken: 49/60 Punkte
Wirt­schaft­lich­keit: 20/30 Punkte
Gesamt: 131/170 Punkte

Preis pro Reifen: 69 Euro*

Gut beim Bremsen, durch­wachsen beim Aqua­pla­ning, durch­wachsen bei der Wirt­schaft­lich­keit

Sicher­heit nass: 68/80 Punkte
Sicher­heit trocken: 44/60 Punkte
Wirt­schaft­lich­keit: 17/30 Punkte
Gesamt: 129/170 Punkte

Preis pro Reifen: 68 Euro*

Gut beim Bremsen, gut beim Aqua­pla­ning, schwach bei der Wirt­schaft­lich­keit

Sicher­heit nass: 65/80 Punkte
Sicher­heit trocken: 49/60 Punkte
Wirt­schaft­lich­keit: 15/30 Punkte
Gesamt: 129/170 Punkte

Preis pro Reifen: 108 Euro*

Schwach beim Bremsen, sehr gut beim Aqua­pla­ning, durch­wachsen beim Hand­ling

Sicher­heit nass: 63/80 Punkte
Sicher­heit trocken: 42/60 Punkte
Wirt­schaft­lich­keit: 23/30 Punkte
Gesamt: 128/170 Punkte

Preis pro Reifen: 70 Euro*

*Die Reifen­preise sind Durch­schnitts­preise, die tages­ak­tuell zum Redak­ti­ons­schluss 23.01.26 über mehrere Online-Portale ermit­telt wurden. Reifen­preise können schwanken und sind im Fach­handel oft etwas teurer. Im Zweifel empfehlen wir Bera­tung, Kauf und Montage im Fach­handel.

Alle Ergeb­nisse in der ausführ­li­chen Tabelle: JETZT DOWN­LOADEN

Den Test im Video gibt es hier:


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