Experten-TippWas bei Umwelt­zonen, City­maut und Co. zu beachten ist

„Ein Stadt­be­such mit dem Auto kann im euro­päi­schen Ausland schnell teuer werden. Nicht immer ist die Einfahrt überall erlaubt oder kostenlos.“

Tilman Tetz­loff ist Touris­tik­ex­perte beim ACE.

Autour­laub

Viele euro­päi­sche Städte beschränken inzwi­schen die Einfahrt für Autos. Hinter­grund sind Luft­rein­hal­tung, Verkehrs­be­ru­hi­gung und der Schutz histo­ri­scher Innen­städte. Für Reisende bedeutet das: Wer im Urlaub mit dem Auto Städte besu­chen will, sollte sich vorher über lokale Regeln infor­mieren. Grund­sätz­lich lassen sich drei Arten von Beschrän­kungen unter­scheiden:

Umwelt­zonen in Spanien: Gesetz­liche Grund­lage seit 2018, verpflich­tend für Städte ab 50.000 Einwohner.

Umwelt­zonen (Low Emis­sion Zones, LEZ) – sind die häufigsten Beschrän­kungen. Hier entscheidet die Abgas­norm des Fahr­zeugs über die Zufahrt. In Frank­reich etwa ist in Städten wie Paris oder Lyon die Crit’Air-Plakette Pflicht. Ohne gültige Vignette drohen Bußgelder ab etwa 68 Euro. Spanien hat seit 2023 Umwelt­zonen in allen Städten mit mehr als 50.000 Einwoh­nern einge­führt. In Metro­polen wie Barce­lona müssen auslän­di­sche Fahr­zeuge meist vorab online regis­triert werden – andern­falls drohen Strafen von rund 200 Euro. Auch in Belgien gilt in Städten wie Brüssel oder Antwerpen eine Regis­trie­rungs­pflicht.

Verkehrs­be­ru­higte Zonen – etwa die italie­ni­schen ZTL (Zona a Traf­fico Limi­tato). Histo­ri­sche Stadt­kerne – zum Beispiel in Florenz oder Rom – sind häufig nur für Anwoh­ne­rinnen und Anwohner oder Fahr­zeuge mit Sonder­ge­neh­mi­gung zugäng­lich. Auch Hotel­gäste können nicht immer einfahren. Kameras kontrol­lieren die Einfahrten auto­ma­tisch. Verstöße können schnell mehrere hundert Euro kosten.

Zufahrt nur einge­schränkt: Eine Typi­sche ZTL in Italien – die Einfahrt wird zeit­lich gere­gelt und meist per Kamera über­wacht.

City-Maut – sie wird teil­weise zusätz­lich in mehreren euro­päi­schen Metro­polen erhoben, auch außer­halb der EU, wie in London. Dort gibt es die Conges­tion Charge, bei der Auto­fah­rende für die Einfahrt in die Innen­stadt täglich eine Gebühr zahlen müssen. Ähnliche Systeme exis­tieren unter anderem auch in Mailand, Stock­holm und Göte­borg.

London: City-Maut (Conges­tion Charge) – Einfahrt nur gegen Gebühr, per Kamera über­wacht.

Darauf sollten Auto­fah­rende achten

  • Regeln vor Reise prüfen: Viele Städte haben eigene Umwelt­zonen oder Zufahrts­be­schrän­kungen.
  • Plaketten oder Regis­trie­rung nötig: In manchen Ländern müssen Fahr­zeuge vorab online regis­triert werden (z. B. Belgien oder Spanien)
  • Navi­ga­ti­ons­ge­räte helfen nicht immer: Zonen sind nicht in allen Navis zuver­lässig hinter­legt.
  • Hotels in Altstädten: In italie­ni­schen verkehrs­be­ru­higten Zonen muss oft das Hotel das Kenn­zei­chen melden.
  • Kameras über­wa­chen Einfahrten: Verstöße werden meist auto­ma­tisch erfasst.
  • Strafen kommen auch nach Deutsch­land: Inner­halb der EU arbeiten Behörden zusammen, sodass Bußgelder häufig auch grenz­über­schrei­tend zuge­stellt und einge­trieben werden.

Mehr zu Maut­ge­bühren und Umwelt­zonen in Europa: www.ace.de/maut


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