Mobi­litätDas sind die Camping-Trends 2025

Fotos: Hersteller, Messe Düsseldorf/CTillmann

Camping mal ganz anders: mit Dach­zelt, mit neuen Leicht-Cara­vans oder im Miet­mobil – sowie die ersten Trends zum Caravan-Salon Ende August.

Vorbei sind die Zeiten, als auf Cara­va­ning­messen fast verschämt in einer Ecke ein Auto mit Dach­zelt stand. Heute gibt es Dutzende Marken, von übli­chen Verdäch­tigen unter den Groß­an­bie­tern wie Dometic, Thule oder Reimo bis zu Spezia­listen wie Camp­werk, iKamper, Natur­bummler oder dem Klas­siker Maggio­lina. Sogar Sport­ar­ti­kel­händler Deca­thlon mischt mit. Die Sache läuft, denn ein Dach­zelt passt vom Wochen­end­trip für Sportler bis zum Fami­li­en­ur­laub in warmen Gefilden.

Dach­zelt: die neue Frei­heit

Das Dach­ge­schoss fürs Auto ist sehr unter­schied­lich ausge­prägt. Da wären Hart­schalen-Dach­zelte, ähnlich einem Dach­koffer. Nicht ganz leicht, mit knapper Liege­fläche für ein bis zwei Personen, aber schnell hoch­ge­fahren, mit stabilem Deckel und unter­wegs aero­dy­na­misch güns­tiger als das Dach­zelt aus Zelt­stoff pur. Dies wiegt weniger, ist kompli­zierter aufzu­stellen, bietet aber mehr Platz und kann sich zu einer kompletten Dach­land­schaft inklu­sive Vorzelt entfalten. Dazwi­schen tummeln sich Hybrid­mo­delle, sie verbinden die Vorzüge beider Vari­anten.

Für die Auswahl gibt es zahl­reiche Krite­rien. Träger­system und Dach­zelt müssen harmo­nieren, zu beachten ist die zuläs­sige Dach­last des Autos. Sie gilt als dyna­mi­sche Belas­tung während der Fahrt, also keine Bange vor der höheren Belas­tung durch die Zelt­be­wohner. Ein Dach­zelt wirkt sich ungünstig auf die Aero­dy­namik aus, das erhöht bei Verbren­nern den Verbrauch und verrin­gert bei E‑Autos die Reich­weite. Eine üppige Dach­last wirkt sich eben­falls negativ auf die Fahr­ei­gen­schaften aus. Nicht vergessen: beim Auto­her­steller die zuläs­sige Höchst­ge­schwin­dig­keit mit Dach­last erfragen.

Porsche 911: Sport­wagen mit Hybrid-Dach­zelt ab Werk.

Die Größe der Liege­fläche, die Qualität der Matratze, Lüftung und Fenster spielen eine Rolle, auch die Isolie­rung für Aufent­halte außer­halb der Sommer­mo­nate. Ist genug Platz für Bett­zeug oder sogar Camping­stühle, gibt es Ablagen? Auch Ausbau und Ergän­zungs­mög­lich­keiten sind wichtig, ob für Sport­ge­räte, Klei­dung oder als geschützter Aufent­halts­raum.

Eine Alter­na­tive zum Dach­zelt sind Heck­zelte. Kompakte Ausfüh­rungen vergrö­ßern den Lebens­raum in ausge­bauten Hoch­dach­kombis à la Citroën Berlingo, Renault Kangoo oder VW Caddy. Geschlafen wird im Auto, vieles spielt sich im Heck­zelt ab. Thule setzt mit dem Zelt Outset eins drauf: Es wird zusam­men­ge­klappt auf der Anhän­ger­kupp­lung trans­por­tiert. Am Reise­ziel steht es fix ausge­klappt auf Stütz­beinen – das spart die Klet­terei aufs Dach.

Klas­siker von Dometic: auffalt­bares Dach­zelt, Schlaf­ge­le­gen­heit auch für Klein­wagen.

Auto­her­steller haben das Thema entdeckt. Hier treffen Extreme aufein­ander: Da wäre das lang­ge­streckte Dacia-Heck­klap­pen­zelt. Und der Porsche „Pavillon“, ein aufblas­bares Heck­zelt. Oder das Porsche-Dach­zelt, das sogar die geschlos­senen Vari­anten des Porsche 911 krönt: Ein Hybrid-Dach­zelt mit klapp­barer Hart­schale, ausbau­fähig mit Innen­zelt. Kosten für Dach­zelte sind aufgrund der Fülle an Vari­anten schwer einzu­grenzen, die meisten liegen zwischen 1.000 und 4.000 Euro.

Cara­vans: die neue Leich­tig­keit

Weg von der Ausstat­tungs­fülle, vom Wohn­zimmer auf Rädern. Zurück zum Camping ohne Luxus: Dieser Idee folgen drei junge Baureihen großer Marken. Dank geringem Gewicht geeignet für kompakte Zugwagen und E‑Antrieb.

Da wäre der Beachy des Cara­v­an­riesen Hobby: um vier Meter Aufbau­länge, rund 1.000 Kilo­gramm zuläs­sige Gesamt­masse, Preis ab knapp 15.000 Euro. Verzicht gehört dazu, Kühlbox statt Kühl­schrank, kein sepa­rater Wasch­raum, Ordnungs­boxen statt Dachs­tauschränke, Heizung als Extra. Aber es gibt gleich zwei Eingangs­türen. Und mit dem Beachy 420+ Nach­wuchs: Die typi­sche Heck­sitz­gruppe bleibt, neu ist die kleine Sitz­gruppe vorn. Sie lässt sich in ein Stock­bett umbauen. Nebenan verwan­delt sich der Klei­der­schrank mittels Multi­funk­ti­ons­wand in einen Anklei­de­raum oder ein stilles Örtchen. Der Neue ist mit einer Aufbau­länge von 4,26 Metern kompakt, aber nicht billig: bei 19.340 Euro geht’s los.

Beachy von Hobby mit gleich zwei Eingangs­türen.

Gemüt­lich: kusche­liger LMC Edero.

Fendt mal ganz anders: neue Toch­ter­marke namens Next mit extra­va­gantem Design.

Draußen schlicht ähnlich dem Beachy, drinnen gemüt­lich: Mit einer neuen Baureihe schlägt LMC ein neues Kapitel auf. Der Edero – in verkopfter Marke­ting-Schreib­weise e:dero – verzichtet eben­falls auf Bord­technik wie Heizung, Gasan­lage oder Herd sowie einen Wasch­raum. Liefert dafür Flexi­bi­lität, denn die einfache Sitz­gruppe eignet sich auch für die Nutzung im Freien. Das Bett dient tags­über als kusche­lige Couch, es gibt einen Hänge-Klei­der­schrank (extra), ein Torbogen-Regal mit Filz­boxen, Akku-Leuchten und eine Spüle mit Frisch­was­ser­ka­nister. Optional kommen Kühlbox, Kaffee­ma­schine oder ein porta­bles Induk­ti­ons­koch­feld hinzu. Der LMC Edero hat drei Grund­risse, rund vier bis fünf Meter Aufbau­länge, zuläs­sige Gesamt­masse 1.100 Kilo, Preis ab 13.490 Euro.

Fendt kann mehr als gedie­gene Cara­vans der Mittel- und Ober­klasse: „Next“ heißt die neue Toch­ter­marke, kompakt und leicht. Erstes Modell ist der Next 380 mit ledig­lich 1.000 Kilo zuläs­siger Gesamt­masse. Next heißt: vorn Doppel­bett, Toilet­ten­raum sowie ein offener Wasch­be­reich, in der Mitte Sitz­gruppe, Küche mit Gasherd und Kompressor-Kühl­schrank, im Heck eine Sitz­gruppe, dazu eine Gashei­zung. Klingt nach viel Fendt. Eigen­willig ist das nost­al­gisch auskra­gende Design des Hecks. Der Preis: 18.900 Euro.

Wohnen auf Zeit: Reise­mo­bile und Camper­vans mieten

Warum teuer kaufen, wenn es Reise­mo­bile auf Zeit gibt? Vermieter tummeln sich reich­lich. Reise­mo­bil­händler verleihen Fahr­zeuge, ebenso Toch­ter­un­ter­nehmen von Herstel­lern oder haupt­be­ruf­liche freie Vermieter. Auch manche privaten Personen wollen ihr Reise­mobil auf diesem Weg refi­nan­zieren, häufig einge­bunden in Vermiet­or­ga­ni­sa­tionen. Da gilt es hinzu­schauen: Wie alt sind die Fahr­zeuge, wie umfang­reich ausge­stattet?

Über­haupt, was darf’s denn sein – ein hand­li­cher kompakter Campingbus, ein größerer Komfort-Campingbus mit Sani­tär­raum, gern auch mit Aufstell­dach. Viel­leicht ein geräu­miges Alko­ven­mobil, ein schnit­tiges teil­in­te­griertes Reise­mobil, ein reprä­sen­ta­tiver Inte­grierter mit eigen­stän­diger Karos­serie? Analog zu Feri­en­woh­nungen gilt: für die gewünschte Perso­nen­zahl nicht zu knapp wählen, Betten­maße, Bewe­gungs­frei­heit an Bord und Stau­mög­lich­keiten im Auge behalten. Eben­falls die Schwelle von 3,5 Tonnen zuläs­siger Gesamt­masse. Sie ist aus vielerlei Gründen wichtig: Sie bildet seit 1999 das Limit des Führer­scheins Klasse B, denn die ange­kün­digte Erwei­te­rung auf 4,25 Tonnen lässt noch auf sich warten. Ob Verkehrs­re­geln, Einfahr­vor­schriften in Städte, Maut­re­geln im Ausland, alles ändert sich ab dieser Tonnage. Über­ge­wicht bedeutet ein Sicher­heits­ri­siko und wird im Ausland teils dras­tisch bestraft. Also bei Zwei­feln vor der Reise auf zur Waage bei Baustoff­händler, Recy­cler, TÜV.

Fürs kleine und große Aben­teuer: Der Camper Van von Pössl.

Viel­sei­tiger Urlaubs­be­gleiter: Der Teil­in­te­grierte Bürstner Lyseo ist eine kleine Feri­en­woh­nung für unter­wegs.

Inte­grierte Reise­mo­bile: rundum eigen­stän­dige Karos­serie, Beispiel Carthago C2 Tourer.

Camping à la carte: eine von mehreren Vari­anten des kompakten VW Cali­fornia.

Eine gründ­liche Einwei­sung ist wichtig, es geht um die Bord­technik mit Gas, Strom, Wasser und die Entsor­gung. Even­tu­elle Schäden sorg­fältig doku­men­tieren, sonst ist womög­lich hinterher die Kaution futsch. Stich­wort Kosten: Camping ist kein Billig­ur­laub. Es lohnt sich auf Urlaubs­zeiten zu achten, auf andere Feri­en­zeiten in einem benach­barten Bundes­land, auf Gebühren von Camping- und Stell­plätzen.

Kosten für den Sprit lassen sich mit gelas­sener Fahr­weise verrin­gern. Wer Menschen und Geschirr an Bord schont, ist güns­tiger und nerven­scho­nend unter­wegs. Mit Partner oder Part­nerin das Einweisen beim Rangieren einüben, gerne auch eine Probe­runde drehen. Reise­mo­bile beschleu­nigen lang­samer und bremsen dezenter als das gewohnte Auto, auch die größeren Abmes­sungen und ein wankel­mü­ti­geres Fahr­ver­halten einkal­ku­lieren.

Es geht doch in den Urlaub, da ist Hetze auf der Straße fehl am Platz. Und mit Dach­zelt, Leicht-Caravan oder Reise­mobil lassen sich ganz neue Stre­cken und Zwischen­ziele abseits übli­cher Routen entde­cken.

Caravan Salon 2025

Der Caravan-Salon findet auf dem Gelände der Messe Düssel­dorf vom 29. August bis zum 7. September statt. Karten können jetzt schon online erworben werden. Tages­karten kosten am Wochen­ende 20, sonst 18 Euro. Hinzu kommt der „Preview-Day“ am 29. August für 39 Euro. Alle Infos unter: www.caravan-salon.de

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