Wie Sie trotzdem möglichst gut an Ihr Reiseziel in Italien oder Kroatien kommen, verrät unser Reiseexperte Tilman Tetzloff.
Erhöhtes Staurisiko
Am Brenner kommt es kurz vor der Grenze zu Italien für mehrere Jahre zu erheblichen Behinderungen aufgrund der Großbaustelle zur Sanierung der Luegbrücke. In der Hochsaison stehen zwar, entgegen der normalerweise baustellenbedingten einspurigen Verkehrsführung, pro Fahrtrichtung zwei Spuren zur Verfügung. Dabei dürfen Fahrzeuge über 3,5 t nur die linke, innere Spur verwenden, nicht die äußere. Pkw und Fahrzeuge bis 3,5 t Gesamtgewicht dürfen hingegen beide Spuren nutzen. Die Staugefahr ist über die gesamte Reisesaison trotzdem sehr hoch. Dafür gibt es Alternativen auf dem Weg nach Italien oder Kroatien.

Alternative Fahrzeiten
Die erfolgversprechendste Möglichkeit, den langen Staus auszuweichen, ist, möglichst unter der Woche zu reisen und die Wochenenden ganz zu meiden. Tirol beispielsweise hat umfangreiche Abfahrtssperren während der Wochenenden entlang den Hauptreiserouten erlassen, um die umliegenden Gemeinden vor einem Verkehrskollaps zu schützen. Wer auf das Wochenende angewiesen ist, kann, soweit es die physische Konstitution zulässt, nachts reisen. Vor allem die Staustrecken sind nachts erheblich weniger frequentiert, eine lange Pause oder Zwischenübernachtung kann die Anreise entzerren und bietet dadurch die Möglichkeit, verkehrsärmere Tageszeiten zu nutzen. Auch der Gebrauch von Navigationsgeräten mit Echtzeitverkehrsdaten, wie beispielsweise Google Maps, kann eine spürbare Erleichterung sein.
Alternativrouten über die Schweiz
Je nach Reiseziel bietet sich eine großräumige Umfahrung über die Schweiz an. Über den Gotthardtunnel beispielsweise sind die meisten Ziele in Italien ebenso gut erreichbar. Doch Vorsicht, auch die Gotthardroute ist bekanntermaßen oft stark belastet. Ausweichen kann man über den San-Bernardino-Tunnel in der Westschweiz.
Alternativrouten über Österreich
Eine Alternative zur Brennerroute ist die Verbindung über den Reschenpass. Von Landeck aus führt diese Route durch das Inntal und über den Reschenpass in den Südtiroler Vinschgau. Allerdings gibt es auch auf dieser Route baustellenbedingt immer wieder Verzögerungen, denn durch den Bau einer Steinschlaggalerie ist die Verkehrsführung in diesem Bereich ampelgesteuert einspurig. Für Urlaubsziele an der italienischen Adria bieten sich als Umgehung alternativ noch die Felbertauernstraße und die Tauernautobahn an. Letztere sowie die Pyhrnautobahn sind auch geeignete Ausweichrouten für Reiseziele in Kroatien.
Rechtzeitig sinnvoll planen
Alle Streckenführungen sind jedoch abhängig vom Ausgangs- und Zielort nur dann sinnvoll, wenn eine spürbare Zeitersparnis erreicht werden kann. Eine vorausschauende Planung kann helfen, die Urlaubsfahrt möglichst entspannt zu gestalten. Wichtig ist auch, nicht die Geduld zu verlieren, steckt man einmal im Stau. Dann hilft nur, auf der Strecke zu bleiben und Ruhe zu bewahren. Gekühlte Getränke sowie leichter Proviant sollten immer mit an Bord sein.
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