Der Alpenraum bietet eine große Vielfalt an Radtouren. Von der entspannten Seerunde bis zum anspruchsvollen Pass. Acht Routen stellen wir vor. Sie lassen sich entweder am Stück fahren oder bequem in einzelnen Etappen.
Leichte Touren
Rhone-Radweg
Der Rhone-Radweg startet im Schweizer Alpendorf Andermatt und folgt dem Lauf der Rhone immer bergab bis zum Genfersee. Auf den 320 Kilometern gibt es wenig Steigungen zu überwinden, dafür aber viel Bergpanorama zu bestaunen. Highlights sind Montreux, Lausanne und der Genfersee.
Motivierte können der Rhone weiter folgen und mit ihr die französische Provence durchqueren. Der Radweg führt über Lyon und Avignon bis zum Mittelmeer.
Länge: 0 Kilometer
Höhenmeter: 0 m


Bodensee-Radweg
Der Bodensee-Radweg ist der Klassiker für die ganze Familie. Wenn man die Abstecher etwa zum Schloss Salem auslässt und immer am See bleibt, hat man kaum Steigung, aber fast immer direkten Blick aufs Wasser und die Schweizer Alpen. Die Wege sind sehr gut ausgebaut und damit auch für junge Menschen auf dem Rad geeignet.
Auf dem Rennrad könnte die kurze Route mit der Fähr-Abkürzung von Meersburg nach Konstanz an einem Tag zu schaffen sein. Wer die ganze Runde fährt und sich Zeit zum Genießen nimmt, sollte mehrere Tage einplanen. Mit Kindern gut eine Woche.
Länge: 0 Kilometer
Höhenmeter: 0 m


Der Rundweg lässt sich überall starten. Auf der deutschen Seite lassen sich die meisten Orte mit dem erreichen. Ausnahme bildet der Abschnitt zwischen Friedrichshafen und Uhldingen.
Beliebter Start ist die Insel Lindau. Hier gibt es nicht nur die historische Altstadt zu bewundern. Auch die Gartenschau 2021 hat ihre Spuren hinterlassen. Gerade die Seeufer wurden deutlich aufgewertet.
Wer im Uhrzeigersinn fährt, kommt als nächstes nach Bregenz in Österreich. Hier beeindruckt die Seebühne, die je nach Operninszenierung immer in neuem Gewand erscheint. Wer etwas ins Hinterland fährt, erreicht hinter Dornbirn die Rappenlochschlucht. Hier führt ein Wanderweg über Holzbrücken und an Wasserfällen entlang.
Der Abstecher nach Österreich ist kurz. Wenige Kilometer hinter Bregenz kommt schon die Schweizer Grenze in Form des Rheins. Direkt nach der Rheinmündung lädt das FFA-Museum zum Besuch ein. Hier wird Flugzeug- und Autogeschichte lebendig. Neben vielen Rolls Royce-Oldtimern gibt es auch Flug- und Autosimulatoren und eine Carrerabahn. Ein Erlebnis für die ganze Familie.
Wer sich mehr für Züge interessiert, der fährt weiter bis nach Romanshorn. Hier öffnet die Eisenbahn-Erlebniswelt Locorama ihre Türen für Jung und Alt. Historische Loks, Wagen und Stellwerke lassen nicht nur Kinderaugen leuchten. Eine Gartenbahn fährt übers Gelände, und wer selber fahren will, für den gibt es eine Draisine.
Der Radweg auf der Schweizer Seite führt nicht immer direkt am See entlang. Der See bleibt aber meist in Blickweite. Die Route führt weiter nach Konstanz und damit wieder nach Deutschland. Konstanz atmet Geschichte in Museen und der Altstadt. Das Sea Life führt in die Wasserwelt ein und wer selbst ins Wasser will, kann in der Bodensee-Therme entspannen.
Optional ist die Runde um den Untersee. Ein Ausflug zum Rheinfall in Schaffhausen ist sehenswert, aber nicht gerade ums Eck. Einen Ausflug wert und nicht so weit entfernt ist die Insel Reichenau. Die Klosterinsel ist UNSECO-Welterbe und die größte Insel im Bodensee.
Wer abkürzen möchte, kann von Konstanz aus die Fähre nach Meersburg nehmen, verpasst dabei aber einige Highlights. Die Blumeninsel Mainau etwa. Sie ist nicht ganz so groß, wie die Reichenau, aber auf ganz andere Art sehenswert. Jedes Jahr aufs neue Zeigen die Insel Gartenkunst in all ihrer Vielfalt.
Seit diesem Jahr ist die Marienschlucht wieder eröffnet. Diese liegt direkt am Steilufer des Überlinger Sees. Leider ist sie nicht direkt am Radweg gelegen. Dieser entfernt sich hier vom See und klettert auf den Bodanrück, um erst bei Bodman wieder am See anzulangen. Dies ist auch die einzige nennenswerte Steigung des Radwegs.
Über Ludwigshafen und Überlingen führt die Route wieder sehr nah am See. In Unteruhldingen sollte ein Stopp in den Pfahlbauten eingeplant werden. In diesen Nachbauten von Dörfern aus der Steinzeit wird Geschichte lebendig. Hier gibt es viel zu erleben, zu lernen, aber auch zu spielen.
Kurz danach ist Meersburg der nächste Stopp. Auch hier beeindruckt die historische Altstadt und natürlich die namensgebende Burg, die über der Stadt und dem See thront.
Die letzte große Station in Friedrichshafen, geprägt klar von der Luftfahrt. Weit über die Region hinaus bekannt ist das Zeppelin Museum. Ebenso sehenswert das Dornier Museum.
Auf der Zielgeraden passiert der Weg Langenargen mit dem beschaulichen Schlösschen Montfort und Wasserburg mit seiner schönen Halbinsel und der Kirche St. Georg mit ihrem typischen Zwiebelturm. Der nächste Ort ist bereits wieder Lindau, wo die Reise begann.
Inn-Radweg
Wie prägt ein Fluss die Landschaft? Das zeigt der Inn-Radweg, der dem Fluss von der Quelle bis zur Mündung folgt. Die abwechslungsreiche Flusstour durch die Schweiz, Österreich und Deutschland führt immer bequem bergab, hat aber teils längere Abschnitte auf Schotter.
Von der Quelle im Engadin schlängelt sich der Inn durch die Alpen, vorbei an St. Moritz, Innsbruck bis nach Passau. Dabei lässt sich schön beobachten, wie der Fluss stetig wächst, vom kleinen Gebirgsbach bis zum großen Strom. Mit ihm verändert sich die Landschaft von zerklüfteten Felswänden bis zum breiten Tal.
Länge: 0 Kilometer
Höhenmeter: 0 m


Mittelschwere Touren
Mozart-Radweg
Klingen Mozarts verspielte Melodien nicht wie ein quirliger Fluss, der sich durch die Landschaft schlängelt? Auf dem Mozart-Radweg erscheint diese Überlegung sehr wahrscheinlich. Der Radweg führt entlang der Spuren Wolfang Amadeus Mozarts durch Bayern und das Salzburger Land.
Zu sehen gibt es inspirierende Landschaften wie den Chiemsee oder den Wolfgangsee, aber auch den Zahmen Kaiser oder das Achental. Die Mozartstadt Salzburg darf dabei ebenso wenig fehlen wie Bad Reichenhall oder Wasserburg am Inn. Die Etappen des 445 Kilometer langen Wegs sind vielfältig. Vom bergigen Abschnitt durch die Alpen bis zum entspannten Uferweg am Inn reicht die Spanne.
Länge: 0 Kilometer
Höhenmeter: 0 m


Via Claudia Augusta
Was heute der Brenner ist, war zur Zeit von Asterix und Obelix die Via Claudia Augusta. Eine Römerstraße, die Südgermanien mit Norditalien verbunden hat. Der gleichnamige Radweg folgt dieser Route durch die Alpen und bildet die leichteste Alpenüberquerung. Es bleibt aber eine Alpenüberquerung und hat mit dem Fern- und Reschenpass zwei große Steigungen zu überwinden.
Zur Belohnung gibt es traumhaftes Alpen-Panorama und verschiedenste Landschaften. In Bayern den sanften aber stetigen Anstieg am Lech vorbei an Städten wie Augsburg und Lechbruck. Dann durch tiefe österreichische Täler mit Monumenten wie der Burg Landeck. Den Abschluss bildet das fast schon mediterrane Vinschgau in Südtirol mit endlosen Apfelplantagen und mildem Klima. Nicht immer sind die Wege befestigt, aber gut genug ausgebaut, um mit dem E‑Bike zu fahren.
Länge: 0 Kilometer
Höhenmeter: 0 m


Ein beliebter Startpunkt der alten Römerstraße ist Donauwörth in Bayern. Zu Beginn führt die Route gemütlich entlang des Lechs Richtung Süden. Schon bald kommen in der Ferne die Alpen ins Blickfeld.
Der erste Stopp ist Augsburg. Die Fuggerstadt beeindruckt mit ihren Kanälen, historischen Gebäuden und der berühmten Fuggerei. Weiter südlich wird die Landschaft alpiner. Hinter Landsberg und Schongau rücken die Berge näher und die Lechauen prägen die Route.
Bei Füssen wartet mit dem Lechfall das Tor zu den Alpen. Nicht weit entfernt liegen die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Hier kann sich ein zusätzlicher Besichtigungstag lohnen. Es sollte auf jeden Fall genug Zeit eingeplant werden, denn der Besucherandrang ist in der Regel immer groß.
Im Anschluss beginnt der Anstieg nach Tirol. Über Reutte führt die Route nach Leermoss am Fuße der Zugspitze. Im Schatten von Deutschlands höchstem Berg lässt sich Kraft sammeln für den weiteren Aufstieg über den Fernpass. Hier zeigt sich die Via Claudia Augusta von ihrer ruhigeren Seite. Wälder, Gebirgsbäche und ‑seen bestimmen das Bild. Die originale Route über den Pass führt über Forstwege, die nicht asphaltiert sind. Die alternative Straße ist stark befahren. Wem beides nicht behagt, ist mit einem Bike-Shuttle gut beraten.
Im Inntal angekommen erreicht man Imst und später Landeck. Wer einen Abstecher machen möchte, findet mit der Rosengartenschlucht bei Imst ein beeindruckendes Naturerlebnis. Die Route folgt nun meist dem Inn und steigt langsam weiter an.
Hinter Nauders wartet einer der Höhepunkte der Reise: der Reschenpass. Oben begrüßt der Reschensee mit dem berühmten Kirchturm von Alt-Graun, der aus dem Wasser ragt. Das Panorama der umliegenden Berge entschädigt für die Mühen des Anstiegs.
Ab hier geht es meist bergab durch Südtirol. Durch Obstgärten und Weinberge führt die Route nach Glurns, der kleinsten Stadt Südtirols, und weiter nach Meran. Die Kurstadt verbindet mediterranes Flair mit alpiner Kulisse. Palmen und schneebedeckte Gipfel liegen hier oft gleichzeitig im Blickfeld.
Weiter südlich erreicht man Bozen. Die Altstadt, die Laubengänge und das Archäologiemuseum mit der Gletschermumie Ötzi laden zum Verweilen ein. Nun verändert sich die Landschaft erneut. Weinberge, Burgen und Zypressen prägen den Weg Richtung Trient.
Trient beeindruckt mit Renaissance-Bauten und italienischem Stadtleben. Von hier aus folgt die Route dem Etschtal weiter Richtung Süden. Viele Radfahrer wählen nun die Strecke bis Verona mit ihrer berühmten Arena und der historischen Altstadt.
Wer bis ans Meer weiterfahren möchte, erreicht schließlich die Lagune von Venedig oder alternativ die Adriaküste bei Altino. Nach den Alpen wirkt das Meer wie ein würdiger Abschluss der Reise.
Bodensee-Königssee-Radweg
Durch die Alpen ist zu anstrengend? Dann eben entlang der Alpen. Der Bodensee-Königssee-Radweg führt beständig am Alpenrand entlang und bietet den perfekten Mix aus Seen und Bergen. Start ist im historischen Stadtkern Lindaus. Der Weg führt über Füssen mit den Königsschlössern Ludwigs II. bis nach Schönau im malerisch gelegenen Königssee.
Die 458 Kilometer lange Route ist sehr gut ausgeschildert und bietet sich mit gut ausgebauten Wegen auch optimal für eine E‑Bike-Tour an. Die ständige Berg-und-Talfahrt lässt sich so deutlich entspannter bewältigen.
Länge: 0 Kilometer
Höhenmeter: 0 m


Schwere Touren
Alpe-Adria-Weg
Der Alpe-Adria-Radweg ist vielmehr eine Alpendurchquerung, als eine Überquerung. Denn 20 Tunnels sind Teil des Weges. Die Route folgt teilweise stillgelegten Eisenbahn-Trassen, was die Steigung dort moderat hält. Dennoch sind etwa bei Bad Gastein knackige Anstiege zu überwinden. Das Bergmassiv Hohe Tauern wird mit einer Zugfahrt durch den Tauerntunnel unterquert.
Schon auf der ersten Etappe nach Salzburg führt der Weg über die viel befahrene B 159, womit dieser Abschnitt für Kinder nicht geeignet ist. Manche Abschnitte sind nicht asphaltiert und nicht optimal für E‑Bikes geeignet. Entlohnt wird man später mit herrlichen Ausblicken, tollen Wegen über schöne Brücken und sehenswerte Orte wie Villach, Udine oder Aquileia.
Länge: 0 Kilometer
Höhenmeter: 0 m


Herzroute
Die Herzroute wurde 2003 bewusst als E‑Bike-Tour angelegt, die das Reisen mit dem Genuss verbindet. Genießen lässt sich hier die Schweiz mit all ihrer landschaftlichen, aber auch kulinarischen Vielfalt. Über 13 Tagesetappen und sechs sogenannte „Herzschlaufen“ durchquert die Route zwölf Kantone der Schweiz mit 22 Seen und 18 schönen Altstädten.
Mit dem E‑Bike werden die vielen Steigungen zum Kinderspiel und der Genuss steht im Vordergrund. Am Wegesrand finden sich zwischen Bodensee und Genfersee zahlreiche Erlebnisse wie die Kristallhöhle Kobelwald, die Burgruine Iberg oder das Rothenthurmer Moor.
Länge: 0 Kilometer
Höhenmeter: 0 m


Die klassische Strecke beginnt in Lausanne am Genfersee. Bereits zum Auftakt beeindrucken die Weinberge des Lavaux, die zum UNESCO-Welterbe gehören. Immer wieder öffnet sich der Blick über den See bis hin zu den Savoyer Alpen.
Schon kurz hinter Lausanne zeigt die Herz-Route ihren Charakter. Flache Abschnitte sind selten. Stattdessen geht es ständig auf und ab durch grüne Hügel, kleine Dörfer und einsame Bauernhöfe. Genau deshalb erfreut sich die Route besonders bei E‑Bike-Fahrern großer Beliebtheit.
Über Romont und Fribourg führt der Weg durchs Greyerzerland. In Gruyères lohnt sich ein Halt in der mittelalterlichen Altstadt. Natürlich darf auch ein Besuch in einer Käserei nicht fehlen. Wer möchte, kann hier den berühmten Greyerzer Käse direkt probieren.
Weiter östlich verändert sich die Landschaft erneut. Hinter Schwarzenburg und dem Emmental prägen sanfte Hügel, mächtige Bauernhäuser und weite Wiesen das Bild. Immer wieder tauchen typische Berner Höfe mit ihren großen Walmdächern auf.
Ein beliebter Zwischenstopp ist Burgdorf. Die Altstadt schmiegt sich an den Hang unterhalb des Schlosses. Von hier führt die Route weiter durchs Herz des Emmentals. Natürlich begegnet man unterwegs immer wieder Käsereien und Hofläden.
Richtung Luzern werden die Seen häufiger. Der Sempachersee und später der Vierwaldstättersee sorgen für eindrucksvolle Ausblicke. In Luzern locken die Kapellbrücke, die Altstadt und die Uferpromenade viele Besucher an.
Besonders reizvoll ist der Abschnitt Richtung Entlebuch. Die UNESCO-Biosphäre beeindruckt mit Moorlandschaften, wilden Bächen und weiten Bergwiesen. Hier zeigt sich die Schweiz oft von ihrer ruhigeren und ursprünglichsten Seite.
Weiter östlich führt die Herz-Route durchs Entlebuch und das Toggenburg. Immer wieder wechseln sich kleine Pässe, aussichtsreiche Höhenzüge und gemütliche Dörfer ab. Die Route bleibt dabei bewusst fern großer Städte.
Ein Höhepunkt ist die Region Appenzell. Saftige Wiesen, traditionelle Häuser und die markanten Gipfel des Alpsteins prägen das Panorama. Wer Zeit mitbringt, kann einen Abstecher zum Seealpsee oder zur Ebenalp unternehmen.
Die letzten Kilometer führen Richtung Bodensee nach Rorschach. Nach vielen Hügeln wirkt der Blick aufs weite Wasser fast wie eine Belohnung. Hier endet die Herz-Route nach einer Reise quer durch einige der schönsten Kulturlandschaften der Schweiz.



















