EuropaRund um den Ball

Foto: IMAGO/Pond5 Images

Es muss nicht die Reise zur WM über den „Großen Teich“ sein. Auch Europa hat span­nende Fußball­ziele zu bieten: Fünf Stadien in spek­ta­ku­lärer Lage oder mit kuriosen Beson­der­heiten. Und auch um die Sport­stätten herum gibt es viel zu entde­cken – so kommen nicht nur Fußball­fans auf ihre Kosten.


Lofoten/Norwegen

Match unter der Mitter­nachts­sonne

Reif für die Insel? Die Lofoten bieten rund 80 davon, und auf einer davon liegt ein ganz beson­derer Fußball­platz. Wer Ruhe und Natur liebt, ist auf der norwe­gi­schen Insel­gruppe genau richtig.

Für Fans: Fischer­dorf statt Metro­pole, Stock­fisch­ge­stelle statt Tribünen – der Fußball­platz in Henningsvær ist in vielerlei Hinsicht etwas Beson­deres. Er liegt am südli­chen Ende der Insel Helland­søya vor einer mäch­tigen Berg­ku­lisse. Im Sommer sorgt die Mitter­nachts­sonne für Spiel­be­trieb rund um die Uhr, im Winter erhellt eine Flut­licht­an­lage die Polar­nacht. Für die gut 500 Einwohner von Henningsvær ist der Sport­platz zum beliebten Treff­punkt geworden.

Haben Sie den Fußball­platz von Henningsvær entdeckt? Vorne im Bild, auf der kleinen Insel! Und im Bild ganz oben auf der Seite ist er aus der Vogel­per­spek­tive zu sehen.

Für alle: Die Insel­gruppe der Lofoten liegt ober­halb des Polar­kreises an der norwe­gi­schen Küste. Male­ri­sche Fischer­orte setzen mit ihren bunten Häusern Farb­tupfer in die impo­sante Land­schaft.

Fotos: stock.adobe.com/eskystudio; stockadobe.com/harvepino

Outdoor-Fans kommen auf den Lofoten voll auf ihre Kosten: Die mäch­tige Berg­welt lockt mit Wander­wegen und Klet­ter­touren, beispiels­weise auf die markante Svol­vaer­geita. Vom Wasser aus erlebt man die Lofoten bei Kayak­touren, Angel­aus­flügen und Schlauch­boot-Safaris. An den Stränden mit ihrem teils kari­bik­blauen Wasser finden Surfer die perfekte Welle. Im Winter führen beglei­tete Ski- und Hunde­schlit­ten­touren durch die Schnee­land­schaft – und das Polar­licht zaubert Farben­spiele in Grün und Violett an den Himmel.

Foto: Espen Mortensen/www.nordnorge.com
Foto: Baard Loeken/www.nordnorge.com
Foto: Kristin Folsland-Olsen/www.nordnorge.com

Anreise: Fähre von Kiel nach Oslo, weitere Verbin­dungen von Hirtshals/Dänemark nach Kris­ti­an­sand, Larvik, Bergen und Stavanger. Die Straße E10 verbindet die Inseln der Lofoten. Es gibt aber auch Fähren vom Fest­land, z. B. Bodø – Moskenes, Skutvik – Svolvær.

Weitere Infos und Buchungs­mög­lich­keiten für die genannten Ausflüge gibt es auf den Inter­net­seiten von Visit Norway, https://www.visitnorway.de/reiseziele/nordnorwegen/die-lofoten-inseln/

Foto: Alex Conu/www.nordnorge.com

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Barcelona/Spanien

Guter Draht nach oben

So manches Stoß­gebet wurde wahr­schein­lich während des langen Umbaus von Camp Nou, Heimat des FC Barce­lona, gen Himmel geschickt. Und auch die Sehens­wür­dig­keiten der kata­la­ni­schen Metro­pole streben nach oben.

Foto: FC Barce­lona

Für Fans: Nachdem das Stadion des FC Barce­lona zu klein geworden war, begann 2022 die Erwei­te­rung, die endgültig erst 2026 fertig­ge­stellt wird. Über 105.000 Fans finden dann Platz unter einem ausfahr­baren Dach, das mit einer Photo­vol­ta­ik­an­lage versehen ist. Eine Beson­der­heit bleibt erhalten: Das größte reine Fußball­sta­dion der Welt hat, angren­zend an den Spie­ler­tunnel, eine katho­li­sche Kapelle, in die sich Sport­le­rinnen und Sportler zurück­ziehen können. Der Raum mit einer Mari­en­statue aus dem Kloster Monserrat wurde 1982 von Papst Johannes Paul II. gesegnet. Und der Fan-Ruf „Barça, ara i sempre“ („Jetzt und für immer“) bekommt im „Memo­rial Space“ eine ganz spezi­elle Bedeu­tung: Fans können hier in einem Kolum­ba­rium ihre letzte Ruhe­stätte finden oder sich mit einer Gedenk­tafel verewigen.

Foto: IMAGO/GioRez

Für alle: Einer ist hier allge­gen­wärtig: Antoni Gaudí. Die markanten Gebäude des Archi­tekten prägen das Stadt­bild, sieben seiner Werke in und um Barce­lona gehören zum UNESCO-Welt­kul­tur­erbe.


Foto: Ture­s­paña

Allen voran natür­lich die Sagrada Família, an der seit ihrer Grund­stein­le­gung 1882 stetig gebaut wird. Seit kurzem ist die Basi­lika die höchste Kirche der Welt.

Bunt und aussichts­reich: der Park Güell – Foto: Ture­s­paña

Auch der eben­falls von Gaudí gestal­tete Park Güell mit seinen bunten Mosaiken und der herr­li­chen Aussicht über die Stadt lohnt einen Besuch. Der Archi­tekt lebte selbst 20 Jahre lang in einem der Häuser im Park.


Foto: Ture­s­paña

Enge Gassen durch­ziehen „Barri Gotic“, die histo­ri­sche Altstadt mit Gebäuden haupt­säch­lich aus dem 14. und 15. Jahr­hun­dert. Von dort führen die „Ramblas“, vorbei an Geschäften und Restau­rants, hinunter zum Hafen.

Beliebt und belebt: der Stadt­strand „La Barco­leneta“ — Foto: Ture­s­paña

Ganz in der Nähe kann man sich Stadt­strand „Barco­leneta“ entspannen und den Tag mit einem Sundowner ausklingen lassen.

Anreise: Inter­na­tio­naler Flug­hafen Barce­lona-El Prat.

Weitere Infos bietet die Inter­net­seite von Ture­s­paña www.spain.info.
Stadi­on­be­sich­ti­gungen (während der Bauar­beiten als Virtual-Reality-Tour) mit Besuch des FC Barce­lona Museums sind buchbar unter www.fcbarcelona.com

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Stal­den­ried-Gspon/­Schweiz

Hoch hinaus

Fußball auf höchstem Niveau: Das gilt hier viel­leicht nicht für die Liga, aber für die Lage des Sport­platzes. Erst­klassig sind auf jeden Fall die Möglich­keiten, die sich hier ganz­jährig für einen erleb­nis­rei­chen Urlaub bieten.

Foto: picture alli­ance / dpa | Jean-Chris­tophe Bott

Für Fans: Mitten in der idyl­li­schen Schweizer Berg­welt gibt es einen Super­lativ zu entde­cken: Die Ottmar Hitz­feld Arena – benannt nach dem ehema­ligen Schweizer Natio­nal­trainer, der auch bei der Eröff­nung des Platzes anwe­send war – in Gspon ist Europas höchst­ge­le­gener Fußball­platz auf über 2.000 Metern. Auf dieser Höhe wächst kein Gras, daher wurde Kunst­rasen verlegt. Und da keine größere ebene Fläche verfügbar war, ist hier alles eine Nummer kleiner: Statt WM-Matches findet hier die Berg­dorf-EM statt, pro Mann­schaft sind es acht statt elf Spieler – und es gibt kein Abseits. Trotz hoher Zäune rollten in den vergan­genen 40 Jahren rund 1.000 Bälle die steilen Hänge hinunter, die den Platz an drei Seiten umgeben. Im Winter ist der Platz Teil einer Skipiste.

Für alle: Die „Sonnen­stube im Vispertal“ ist ganz­jährig ein lohnendes Reise­ziel. Im Sommer ist die Region ein erst­klas­siges Wander­ge­biet.

Fotos: Gspon Tourismus

Noch ein Super­lativ: Unter­halb des nahe­ge­le­genen Dorfes Visper­ter­minen liegt Europas höchster zusam­men­hän­gender Wein­berg auf einer Höhe zwischen 650 und 1.150 Meter. Die schmalen Terrassen mit hohen Trocken­stein­mauern über­winden auf engstem Raum 500 Höhen­meter.

Foto: Valais/Wallis Promo­tion — Chris­tian Pfam­matter

Im Winter lockt die Region zum Skifahren, Snow­boarden, Schnee­schuh­laufen und Wandern. Das Goms, ein Hochtal mit insge­samt 13 Berg­dör­fern und über 100 Kilo­me­tern präpa­rierter Loipen ist ein Para­dies für Lang­läu­fe­rinnen und Lang­läufer.

Foto: Switz­er­land Tourism / Silvano Zeiter

Anreise: A9 bis Visp, dann Kantons­straße Rich­tung Saas-Fee/­Zer­matt bis zum Abzweig Stal­den­ried. Vom Bahnhof Bern über Visp nach Stalden-Saas, weiter mit dem Postbus bzw. mit der Seil­bahn nach Stal­den­ried und Gspon (auto­frei).

Weitere Infos gibt es auf www.staldenried-gspon.ch und www.valais.ch/de

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Trogir/Kroatien

Fußball vor histo­ri­scher Kulisse

Das gibt es wohl nur einmal: ein Fußball­sta­dion zwischen zwei UNESCO-Welt­erbe­stätten! Viel Sehens­wertes bietet auch die angren­zende Altstadt von Trogir. Und wer raus in die Natur möchte, findet allerlei Outdoor-Akti­vi­täten.

Foto: IMAGO/Cavan Images

Für Fans: Der Platz des Vereins HNK Trogir wird einge­rahmt von der Festung Kamer­lengo und dem Markus­turm, die beide als Vertei­di­gungs­an­lagen zur Zeit der vene­zia­ni­schen Repu­blik im 15. Jahr­hun­dert erbaut wurden. 1.000 Zuschaue­rinnen und Zuschauer finden auf den Rängen Platz – klein, aber fein ist dieses Stadion also!

Für alle: Die Altstadt von Trogir liegt kompakt auf einer Insel und gehört seit 1997 zum UNESCO-Welt­erbe. Und: Trogir ist „film­reif“! Szenen für die Serie „Game of Thrones“ wurden hier gedreht.

Fotos: IMAGO/Peter Schi­ckert, IMAGO/robertharding, imago/BE&W

In der Umge­bung von Trogir bieten sich viele Möglich­keiten für Outdoor-Akti­vi­täten – von Moun­tain­bi­ketouren über Kanu­fahrten im Natur­schutz­ge­biet Posebni Pantan bis hin zu schönen Stränden, zum Beispiel auf der Insel Ciovo. Ein beliebtes Ziel für Segel­törns ist die Insel Šolta. Eine beson­ders schöne Marina besitzt hier Masli­nica.

Foto: stock.adobe.com/dziewul

Anreise: Von Anfang April bis Anfang Oktober Fähr­ver­bin­dung Ancona – Split mit SNAV (www.snav.it), von dort noch ca. 30 km bis Trogir. Sonst über die A1 („Dalma­tina“). Inter­na­tio­naler Flug­hafen in Split.

Weitere Infos bieten das Touris­mus­büro Trogir, www.visittrogir.hr und die Kroa­ti­sche Frem­den­ver­kehrs­zen­trale, www.croatia.hr/de

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London/Großbritannien

Nerven­kitzel und Natur

Der hiesige Fußball­verein ist in der Premier League zwar aktuell vom Abstieg bedroht. Aufsteigen können dafür die Besu­cher – und zwar aufs Stadi­on­dach!

Foto: IMAGO/Pro Sports Images

Für Fans: Das 2019 eröff­nete Tottenham Hotspur Stadium ist mit 62.850 Plätzen das größte Vereins­sta­dion der Stadt. Span­nung verspre­chen aber nicht nur die Fußball­spiele, sondern auch der „Dare Skywalk“: Gut gesi­chert können Mutige auf das Stadi­on­dach klet­tern und die Aussicht auf das Spiel­feld, vor allem aber natür­lich das Panorama der Stadt genießen. Auch dem weithin sicht­baren goldenen Hahn kommt man ganz nahe. Und wem das an Nerven­kitzel noch nicht reicht, kann sich aus 42 Metern Höhe vom Dach abseilen („The Edge“). Rasant geht es auf dem „F1 Drive“ zu. Wie ihre großen Vorbilder haben die von der Formel 1 inspi­rierten Karts DRS-Tech­no­logie und Moto­ren­sound an Bord.

Für alle: Tottenham liegt im Norden von London, ist bunt und multi­kul­tu­rell und blickt auf eine lange Geschichte zurück.

Bruce Castle, ein Herren­haus mit benach­bartem Tudor-Turm aus dem 15./16. Jahr­hun­dert, liegt in einem weit­läu­figen Park. Foto: stock.adobe.com/dbmjhrj
Oder lieber raus in die Natur? Die Walt­hamstow Marshes sind eines der größten urbanen Natur­schutz­ge­biete Europas mit mehreren Stau­seen und einer viel­fäl­tigen Tier- und Pflan­zen­welt. Foto: stock.adobe.com/Abdul

Rund fünf Kilo­meter vom Tottenham Hotspur Stadium wartet eine weitere kultige Sport­stätte: Alex­andra Palace – oder kurz „Ally Pally“, alljähr­lich Austra­gungsort der Darts-WM. Auch hier können Schwin­del­freie – selbst­ver­ständ­lich gut gesi­chert – aufs Dach klet­tern und den Blick über London genießen.

Foto: Wire & Sky Ltd / Summit Ally Pally

Und wen es doch wieder in den Groß­stadt­trubel zieht: Die City mit Tower, Buck­ingham Palace und Co. ist nur rund zwölf Kilo­meter entfernt.

Foto: Michael Matti/Visit Britain

Anreise: Flug­häfen Heathrow, Gatwick und Stan­sted, jeweils mit guter Bahn­an­bin­dung. Euro­star-Züge ab Paris, Brüssel, Lille und Amsterdam.

Weitere Infos bieten die Touris­mus­seiten von Visit Britain, https://www.visitbritain.org/, und Visit London, https://www.visitlondon.com. Buchung von Stadi­on­touren, „The Dare Skywalk“, „The Edge“ und „F1 Drive London“ über www.tottenhamhotspurstadium.com

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Stadi­on­er­leb­nisse in Deutsch­land

  • Olym­pia­sta­dion Berlin: Verschie­dene Touren führen hinter die Kulissen, z. B. Licht­er­lebnis-Tour, Gipfel­stürmer-Tour aufs Dach, Technik-Tour, Führungen zu Sport und Archi­tektur. Weitere Infos auf www.olympiastadion.berlin
  • Olym­pia­sta­dion München: Derzeit wegen Sanie­rungs­ar­beiten geschlossen, gibt es in der eins­tigen Spiel­stätte des FC Bayern München u. a. eine Zelt­dach-Tour mit rasantem Abschluss auf dem „Flying Fox“. Mehr unter www.olympiapark.de
  • Signal Iduna Park Dort­mund: Das größte Fußball­sta­dion Deutsch­lands hat ein eigenes Gefängnis – zu besich­tigen bei einer geführten Tour, buchbar unter www.bvb.de

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