AutoOpel Fron­tera Elec­tric

Mit dem Fron­tera Elec­tric will Opel ein bezahl­bares Elektro-SUV unter 30.000 Euro anbieten und damit insbe­son­dere Fami­lien anspre­chen. Wir haben das Modell in der geho­benen Ulti­mate-Ausstat­tung getestet. Wie gut gelingt der Spagat zwischen Preis, Alltags­taug­lich­keit und moderner E‑Mobilität?

Größere Batterie als sinn­volle Inves­ti­tion

Der Fron­tera startet mit einem 44-kWh-Akku und einer WLTP-Reich­weite von 305 Kilo­me­tern. Für rund 2.000 Euro Aufpreis ist eine größere Batterie mit 54 kWh erhält­lich, die nach Norm bis zu 401 Kilo­meter schaffen soll. Antrieb und Leis­tung bleiben iden­tisch, der Mehr­preis zahlt sich vor allem durch die höhere Alltags­taug­lich­keit aus – insbe­son­dere bei Fahrten außer­halb der Stadt.

Wer auch mal längere Stre­cken fährt, sollte in einen größeren Akku inves­tieren.

Fami­li­en­auto mit typi­schen SUV-Elementen

Optisch setzt Opel auf ein sach­li­ches, funk­tio­nales Design ohne ausge­prägte Retro-Anleihen. Das Vizor-Front­de­sign, schwarze Akzente und robuste Kunst­stoff­ele­mente verleihen dem Fron­tera einen klaren SUV-Charakter. Mit 4,39 Metern Länge ist er größer als der Opel Mokka und bietet spürbar mehr Platz, was ihn vor allem für Fami­lien inter­es­sant macht.

Der Opel Vizor ersetzt den klas­si­schen Kühler­grill.

Noch Luft nach unten im Koffer­raum

Einen Frunk gibt es nicht, was Opel mit Kosten­gründen erklärt. Kriti­scher fällt jedoch der Blick auf den Koffer­raum aus:

Das Cockpit: digital und retro

Im Innen­raum wird der Spar­kurs noch deut­li­cher. Hart­plastik domi­niert, das Design ist funk­tional und robust. Positiv fallen die bequemen Sitze, das grif­fige Lenkrad und die gute Über­sicht auf. Über­ra­schend ist der klas­si­sche Zünd­schlüssel (inklu­sive Einste­cken und Drehen), der eher an vergan­gene Jahr­zehnte erin­nert. Die digi­tale Ausstat­tung bleibt über­schaubar: Das zentrale Display bietet vor allem Apple CarPlay und Android Auto, spezi­fi­sche E‑Auto-Funk­tionen fehlen weit­ge­hend. In der Basis­ver­sion verzichtet Opel sogar komplett auf ein Display.

Mit Zünd­schlüssel wie früher, aber auch mit zeit­ge­mäßen digi­talen Features: das Fron­tera-Cockpit

Oben Frei­raum, unten Grenzen

Im Fond über­zeugt der Fron­tera mit viel Kopf­frei­heit, bietet jedoch nur einge­schränkte Bein­frei­heit. Der im Unter­boden verbaute Akku sorgt für eine erhöhte Posi­tion der Füße, was längere Fahrten weniger komfor­tabel macht.

Viel Platz für den Kopf, aber für die Beine wird’s eng im Fond des Fron­tera.

Laden und Reich­weite nicht zeit­gemäß

Die größte Schwäche zeigt sich beim Laden: Im Test benö­tigte der Fron­tera rund 35 Minuten von zehn auf 80 Prozent. Mit durch­schnitt­lich etwa 50 kW Lade­leis­tung ist das für 2026 klar unter­durch­schnitt­lich. In Kombi­na­tion mit einem Verbrauch von rund 21 kWh/100 km bei 120 km/h schrumpft die reale Reich­weite deut­lich. Mit dem kleinen Akku bleiben auf der Auto­bahn oft nur rund 150 Kilo­meter zwischen zwei Lade­stopps.

Beim Laden ist der Fron­tera langsam, und die Reich­weite leidet unter dem hohen Verbrauch.

Komfor­tabel, aber nicht dyna­misch

Der Fron­tera fährt sich unauf­ge­regt und komfor­tabel. Der Antrieb arbeitet leise und gleich­mäßig, der typi­sche Elektro-Punch bleibt aus. Das Fahr­werk ist komfort­ori­en­tiert abge­stimmt, die Lenkung leicht­gängig. Positiv fällt die Möglich­keit auf, die Reku­per­a­tion gezielt zu redu­zieren – ein seltenes, aber ange­nehmes Feature. Auf der Auto­bahn endet der Vortrieb bei rund 143 km/h. Ab etwa 130 km/h nehmen Wind- und Abroll­ge­räu­sche deut­lich zu, 120 km/h stellen sich als ange­nehme Reise­ge­schwin­dig­keit heraus. Die Assis­tenz­sys­teme sind einfach gehalten, ein Abstands­re­gel­tem­pomat fehlt.

Für Fami­lien und vor allem für die Stadt ist der Fron­tera ein zuver­läs­siger Begleiter.

Fazit

Das Fami­lien-SUV ist ein geräu­miges Elek­tro­auto zu einem attrak­tiven Einstiegs­preis. Wer vor allem in der Stadt unter­wegs ist und Platz benö­tigt, erhält ein faires Angebot mit klaren Abstri­chen. Für längere Stre­cken empfiehlt sich drin­gend der größere Akku – doch selbst dann bleibt der Fron­tera eher ein prag­ma­ti­scher Kompro­miss als ein tech­no­lo­gi­scher Maßstab.


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